KINDMAN × VIETNAM









Leute, ich halt's nicht aus - warum hat mich da niemand drauf vorbereitet.
“Oh, das vietnamesische Essen! Das vietnamesische Essen! Das ist ja so gut! Ja!” haben sie immer gesagt. Kann ja sein.
Aber warum hoert man so wenig ueber die absolut irrsinnige Kaltgetraenkekultur in Vietnam?
Sicherlich - von vietnamesischen Kaffee (also stark und mit sehr viel suesser Kondenzmilch) hat man vielleicht schonmal gehoert. Und das man den in einem Land, in dem es staendig ueber 30 Grad hat, als Eiskaffee trinkt (“Cà phê sữa đá” - woertlich “Kaffee Milch Eis”) ueberrascht nun vermutlich auch niemanden. Dass der sogar mir dann schmeckt ist vielleicht schon durchgegklungen.
ABER!
Das ist ja noch laengst nicht alles. Das Land ist gefuellt mit Cafes, die auf bodennahen Sitzen mit Blick auf die Strasse zum Verweilen, Kaltgetraenke-Schluerfen und Auf-die-Strasse-glotzen einladen. Und die Karten der Cafes sind gefuellt mit den farbenfrohsten und geschmackreichsten Kreationen, die man sich vorstellen kann. Mal ein winziger Auszug:
- Eistee-Variationen mit echtem Tee und echtem Sirup - und manchmal sogar echten Fruechten wie etwa ungesalzenen, frischen Kumquats
- Limonade mit gesalzenen, kandierten Kumquats
- Kaffee mit gefrorener Kokosmilch (quasi als Slushy) und Jelly-Cubes
- Milkshake-Smoothie Kombinationen mit aufgequollenen Lotussamen
- Eiskekuehlter Macha-Latte mit zerstampften Himbeeren auf dem Grund
Ich ueberlege, ob ich eine Datenbank anlegen sollte. Diese Vielfalt gehoert dokumentiert! Also mindestens Teil 2.
BONUS! Zu vielen Getraenken, bekommt man einfach mal gratis nen eiskeuehlten Gruentee dazu, der selbst schon Bomboe schmeckt.











"Warum sollte ich im Urlaub in ein Kunstmuseum gehen - ich geh ja zu Hause auch nicht in Kunstmuseen."
Ja dann geh halt zu Hause auch mal in ein Kunstmuseum. Was ist eigentlich los bei dir? Kunstmuseen sind fantastisch - in der Heimat, aber gerade auch in der Ferne.
Zum einen gibt es Kunst - das ist schon mal ein ziemlicher Gewinn. Ich finde ja gute Kunst hat einen Eigenwert und sich hin und wieder mal die Zeit zu nehmen sich an einen Ort zu geben, wo es ausschliesslich darum geht die Kreation eines anderen Menschen auf sich wirken zu lassen, ist Nahrung fuer die Seele (auch wenn’s einem nicht immer schmecken sollte).
ABER! Wenn man sich nun mal vornimmt sich Hals ueber Kopf in eine andere Kultur zu stuerzen, dann bietet Kunst auch immer die Moeglichkeit sich den Kontext anzusehen, in dem die Kunst entstanden ist, und lernt so Facetten ueber die Kultur. Wer waren diese Leute, wann haben sie gelebt und warum haben sie gemalt, was sie gemalt haben?
In einem repraesentativen Museum eines sozialistisch-regierten Land wie Vietnam ist diese Verbindung von Kunst und Kultur natuerlich besonders spuerbar - auch ganz unverbluemt in den (ausschliesslich auf vietnamesisch) gezeigten Zitaten Ho Chi Minhs, in denen er sich an die KuensterInnen des Landes richtet: “Culture and art are a battlefront. You are soldiers on that front.” Fuck ,Yes! Viele Werke zeigten sich dementsprechend kaempferisch-patriotisch (mit einem HAUCH Propaganda) aber auch anklagerisch, traumatisiert in den Arbeiten, die waehrend des und in Reaktion auf den Amerikakrieg entstanden sind. Zudem kann man die verschiedenen kulturellen Einfluesse auf die vietnameische Kunstgeschichte sehen - wie der Einfluss franzoesischer Impressionisten, oder die Verwurzelung chinesischer Lackmalerei in der eigenen Landeskunst.
Und als waere das alles noch nicht genug, bietet das Museum an sich natuerlich auch eine bodenlose Quelle an Einblicken in die vietnamesische Kultur: was wird ausgestellt? In welchen Raeumlichkeiten? Wer besucht das Museum? Und wie verhalten sich die Menschen. Geil.
Die alte, opulent-koloniale Villa, in der das Fine Arts Museum HCMC untergebracht ist, kann ohne Zynismus als das zentrale Ausstellungsstueck des Museums betrachtet werden. Die zur Schau gestellte Grandiositaet der franzoesischen Besatzer - die langen gefliesten Gaenge, majestetische Treppenhaeuser und Rundboegen-Raeume - zerbroeckelt langsam, die Restaurierungsanstrengungen ein scheinbar nicht zu gewinnender Krieg, waehrend um das Museum herum glitzernde Wolkenkratzer und Einkaufszentren aus dem Boden gestampft werden - die neue Grandiositaet des modernen Vietnams.
Und doch finden sich viele junge VietnamesInnen hier ein: gekleidet in traditionellen Gewaendern posieren sie fuer ihre Social Media Feeds vor den Highlights der Ausstellung. Was ist das? Eine unproblematische, ja fast schon inspirierende Verbindung zum eigenen Land? Ich wage es kaum zu sagen… p-p-p-positiver Patriotismus? Oder vielleicht doch Indoktrinierung eines sozialistischen Machtaparates?
In erster Linie ist es mal Kulturschock. Ich bleib dran.



Die Suche nach dem perfekten vegetarischen Banh Mit geht weiter.
90 Minuten sass ich vor Bon’s Vegan Bistro und hab mir exotische Drinks gegoennt, weil aus undurchschaubaren Gruenden die Sandwich-Bestellung den Laden vollkommen ueberforderte. Sie meinten Tet (das chinesische Neujahrsfest) beginnt heute - deswegen. Dabei ist das noch n Monat hin! Ich glaub irgendwas war alle und offene Kommunikation schwierig.
Naja, Drinks waren sehr lecker. Irgendwas mit Hibiskus, Kombutcha und frischen Fruechten. Ganz im Ernst: Getraenke sind meistens spannender als das Essen. Zum Essen gibt’s entweder Nudelsuppe mit Knorpel oder belegte Broetchen oder Reis-mit-Scheiss. Kann man alles Essen. Aber DIE GETRAENKE! WAS es da nicht alles gibt. Ich werd mal mehr in Zukunft mehr Fokus auf Getraenke legen.
Und Katzenglotzen konnte man auch.
Das vegetarische Banh Mi war in Ordnung, aber nicht 90-Minuten-warten-gut.



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Wenn die Strassen Ho Chi Minhs zu eng und laut werden, kann man sich ja mal auf's Wasser retten.
In Ho Chi Minh City a.k.a. Saigon gibt’s da zum Beispiel den gleichnamigen Fluss Saigon und den kreativ benannten “Saigon Waterbus” - ein Versuch die Menschenstroeme der Stadt auf weniger genutzte Wege zu lenken und fuer mich die Gelegenheit das Chaos der Stadt aus sicherer Entfernung wahrzunehmen.
Die Wassertaxen starten etwa alle 30 Minuten und das Boarding war trotz erheblichen personellen Aufwand vor Ort chaotisch und etwas undurchschauber (wie das so oft der Fall ist in Vietnam), aber funktionierte mit etwas Geduld und Verspaetung am Ende natuerlich trotzdem (wie so oft in Vietnam).
Der Fluss Saigon ist gigantisch und die weitentfernten Ufer, an denen sich moderne Wolkenkratzer-Wohnsiedlungen an slumartige Blechhuetten und verwuchertes, zum Stillstand gekommenes Bauland reihen, wirken surreal und fuer das koheraente Stadtempfinden eher ein Tropfen Flusswasser auf dem heissen Steinasphalt.
Dennoch keine schlecht invesierten 30.000 VND (1 EUR).
Mein Plan an der Endstation ein bei Google Maps rausgesuchtes, vegetarisches Banh Mi Restaurant aufzusuchen scheiterte an der Nicht-Existenz des Restaurants. An der angegeben Adresse gab es nur ein imposantes Privatgrundstueck mit hohen Mauern und einen veraergerten vietnamesischen Onkel, der mich kompromisslos wegscheuchte - womoeglich war ich nicht der erste selbstgefaellige Fremde, der hier sein vegetarisches Glueck suchte. 1-Sterne Google Review ging trotzdem raus ;-)
A Mother Joins The Resistance
Ganz in den Fussstapfen meiner kolonialisierenden Vorgaenger versuche auch ich mich mal am Kunstraub lokaler Werke, um sie dem heimischen Publikum zu praesentieren. Diesmal aus den Museum of Fine Arts in HCMC. Ich verstehe zumindest den Nervenkitzel.





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Nach Vietnam zum Chinesen-gucken. Das ist genau mein Ding.
Warum weiß ich nicht mehr genau, aber aus irgendeinem Grund wollte ich mal etwas raus aus dem Zentrum (District 01) und zack! bin ich in Cholon gelandet - einem Stadtteil von Ho Chi Minh, in dem über 1 Mio. Chinesen leben.
Das Gefühl der Fülle, der Übersättigung von Geräuschen und Lärm, Bildern und Visionen, Gerüchen und Gestänken, von Überlagerung und chaotischer Vermischung, das alles kann man auch im Zentrum Saigons erleben, aber in Cholon wird dieser Dauerbeschuss von Eindrücken nochmal einmal multipliziert.
Die einfach zugänglichen Rückzugsorte, wie Straßencafes und Convenience Stores, die einem in morderneren Bereichen der Stadt eine Verschnaufpause erlauben, sind hier sporadischer, dafür buntes Markttreiben mit freilaufenden Hühnern, an der Straße spielende Kinder und mehr Ratten als man ignorieren kann.
Cholon hat alle Elemente, die an Ho Chi Minh herausfordernd sind im Überfluss und nur wenige der Annehmlichkeiten, und ist damit ein guter Litmustest dafür, wie stark gut man sich bereits eingelebt hat.
Ich kann ehrlich sagen, an Tag 3: noch nicht so sehr.
Aber geile Fotos, oder?



Veggie Quest 03 in Cholon war natürlich kein Problem - bei 1 Mio. chinesischen Einwohnern gibt es zumindest eine handvoll buddhistisch motivierte pflanzliche Restaurants.
Die Regeln, die ich in VQ01 über das Wesen vegetarischer Restaurants in Vietnam aufgestellt habe, kann ich natürlich nur zu solchen machen, weil sie sich auch im Restaurant Cơm Chay Tuệ Đức genau so wiederfanden. Zur kurzen Wiederholung:
- pflanzliche Hauptgerichte ausschliesslich in “Chay” Restaurants - check!
- diese sind buddhistisch Spirituell angehaucht - check!
- Pflanzen und minimalistische Einrichtung - check!
- keiner da sonst - check!
Zu essen gabs mal Sommerrollen, die ywar in Plastikfolie eingewickelt serviert worden, aber leider dennoch nicht besonders frisch wirkten.
Hauptgericht waren aber die fritierten Nudeln - und damit meine wirklich nicht einfach gebratene Nudeln, sondern einen ganzen Teller komplett knusprig fritierte Nudeln, die sich dann langsam etwas in der Soße / dem Tofu / dem Gemüse aufweichten. Eigentlich ein bisschen wie so ein Pommes Dönerteller, wenn man alle Zutaten mit einer anderen austauscht, also sehr geil.
Ich erwärme mich auch zusehends für das keine-anderen-Gäste-Prinzip - insbesondere nach einem Tag in Cholon. Kleine Abzüge wegen der unfrischen Plastefolien-Sommerrollen. Sagen wir mal 7.5 von 10.
Es gab auch endlich mal gute (frische) Chili-Optionen, aber das ist noch kein ausreichender Beweis dafür, dass vietnamesisches Essen scharf ist.



Bus. Fuß. Das reimt sich, denn es gehört zusammen. Wer Bus fahren will, muss halt den Rest der Reise laufen.
Beim Laufen durch Ho Chi Minh wird schnell klar, warum sich die Leute lieber direkt von Punkt A nach B per Moped kutschieren lassen. Bullet-Point-Time!
- viele Straßen haben einfach keine Fußgängerwege
- andere Straßen haben Fußgängerwege, aber diese werden entweder von Streetfood-Ständen mitsamt Sitzhockern, parkenden Mopeds, Müll oder fahrenden Mopeds genutzt
- es läuft sich also am besten auf der Straße
- Fußgängerübergänge sind… einfach nein.
- Die sicherste Methode zum überqueren einer Straße ist es, einfach in gleichbleibendem Tempo rüberzugehen, dann können die Mopedfahrer besser einschätzen, wie sie haargenau um dich herumfahren können, ohne das eigene Tempo mindern zu müssen
- Wenn man eine Straße mit vollgenutzten 16 Spuren überqueren muss, hilft es beim schnur-stracks-drauf-loslaufen die Arme hochzuhalten. Das erhöht die Chance von allen 500 Mopeds, die sich bei diesem Moneuver koodinieren müssen, gesehen zu werden.
- Wenn es doch noch Zweifel gibt, wartet man auf einen Vietnamesen und läuft in dessen Moped-Schatten mit
Die Bilder zeigen alle eher ruhigere Straßen, was daran liegt, dass ich bei vollen Straßen stark damit beschäftigt bin, meinen eigenen obigen Anweisungen zu folgen und dabei nicht komplett auszurasten und weil Handy-Klau von vorbeifahrenden Mopeds ein gängige Praxis in Ho Chi Minh ist und BOY! wäre ich in dieser Stadt verloren ohne Handy… das wird einen sehr guten Eintrag geben, wenn das mal unweigerlich passiert.


Die erste Woche ist planmäßig Touristen-Zeit. Das heißt aber nicht nur Sandaletten mit weißen Tennissocken, sondern auch Crashkurs in der Geschichte und Kultur des Landes.
Das War Remnant Museum war ein logischer Anlaufpunkt, um über Verlauf und Folgen des “Amerika-Krieges”, wie er hier heißt zu erfahren. Der Besuch war ein ganz schön ungebremster Schlag in die Magengrube, insbesondere die Foto-Ausstellung der Opfer des Giftgases Agent Orange, welches Verformungen der menschlichen Physis hervorgebracht hat, die selbst mir mit jahrelanger Erfahrung in der Behindertenpädagogik die Sprache verschlagen hat.
Die gesamte Ausstellung war merklich nicht nur an das vietnamesische Publikum als Geschichte der eigenen Resilienz, sondern auch stark an eine internationales Publikum gerichtet - sowohl mit Anerkennung der internationalen Friedensbemühungen, als auch mit ziemlich deutlichen Anklagefinger in Richtung USA. Ich hatte den Eindruck, die zahlreichen amerkanischen Gäste wussten gar nicht wohin mit diesen seltsamen Gefühlen der vererbten, stellvertretenden Schuld. Da konnt ich mir nur ins Fäustchen lachen.
Das Museum war nach westlichen Standarts sehr einfach in Präsentation und Didaktik, vieles wirkte handgemacht, wie ein Studentenprojekt. Dennoch - oder vielleicht gerade deshalb - hatte der Besuch etwas besonders eindrückliches, lokales und direktes.
Ich hab kaum Fotos gemacht, weil ich geistig beschäftigt war, aber was soll ich auch Museen fotografieren. Da muss man halt selbst hin. (Sagt er und macht im nächsten Museum 1000 Fotos)




"Ich glaube, du bist der erste Mensch von dem ich gehört habe, der in dieser Stadt Bus fährt" Zitat Kontaktperson_02 (seit einem Jahr hier) und Kontaktperson_03 (seit 8 Jahren hier).
Geschafft. Direkt an Tag 1 mein Herausstellungsmerkmal in dieser Nomadengesellschaft gefunden.
“Do you know Malte?” “What’s a Mol-tea?” “No, I mean the guy that’s using the bus.” “Oh that crazy dude? for shizzle!”
(ein Dialog, wie er hier mit großer Sicherheit ständig geführt wird)
Die Busse sind winzig, fahren nicht allzu regelmäßig, aber haben immer Klimaanlage, fast immer freie Sitzplätze und meistens neben dem Busfahrer sogar eine schaffnende Person, die einem zeigt, wo man sitzen soll und kassieren kommt (20 Cent pro Fahrt). Die Route sucht Google Maps raus, ohne das ich keine Ahnung hätte wo ich bin, welche Busse da fahren oder wo ich aussteigen muss.
Zum Einsteigen muss man sich den Bus durch eine für Deutsche leicht zu merkende Handbewegung ranrufen, was immer spannend ist, weil Busse auch bei 8-spurigen Strassen einfach IMMER auf der Spur ganz links fahren und dann erstmal 20 Mopedfahrer verdrängen muss, um an der Haltestelle zu halten. Geht aber immer gut aus. Hivemind? Muss man beobachten.


Veggie Quest geht weiter und auf nichts hab ich mehr Bock, als auf Veggie Version von Banh Mi - vietnameischen Sandwiches mit übetrieben knusprigem Baguett-Brot, eingelegtem Gemüse, frischen Kräutern und Salat, leckeren Soßen, Eiweißquelle nach Wahl und... ...ähm... ...Leberwurst?
Banh Mi Xanh macht auf jeden Fall nur das und heute hab ich mal Spicy Tofu als Eiweiß genommen und die Leberwurst haben sie glaube ich einfach weggelassen. Hat man leider auch gemerkt. Der Umpf! hat etwas gefehlt, aber dennoch keine schlechte Malzeit. Und da der Laden sehr klein war, viel es auch nicht so auf, dass ich der einzige Gast war. 07 von 10.
Es war auch nicht wirklich spicy und ich stelle hiermit die Behauptung auf “Vietnamesische Küche ist überhaupt nicht scharf”
Prove me wrong Vietnam (aber knallt mich bitte nicht ab).





Fliegen ist und bleibt wild. Und um die halbe Welt fliegen ist extra wild. Aber durch kultivierte Unterhaltungs- und Informationsbeiträge - wie die beruhigende taiwanesische Absturzanweisung und das Bingen von The Last of Us Season 2 - lässt sich die Wildheit gerade so managen.
Die Immigrations-Dienste am Zielflughafen Ho Chi Minh sind legendär dafür, nach dem langen Flug noch mehrere Stunden zu dauern. Deshalb kann man Dienstleister dafür bezahlen, einen als behindert gelten zu lassen, um so in die Priority-Lane zu kommen. Das hab ich mir dieses mal gespart - dafür brauche ich nun wirklich keine Dienstleister. Hat dann auch gar nicht so lange gedauert.
Mein erstes Ziel war dann Hotel-mit-Pool-auf-Dach - meine Bleibe für die erste Woche und ohne Frage eine meiner besseren Entschiedungen im Leben.




Nach 26 Stunde Anreise ein wenig wie auf Drogen die ersten Gehversuche durch die Nachbarschaft gemacht mit freundlicher Unterstützung von Kontaktperson_01 (Entscheidungen über Naming-Conventions und Anonymität stehen noch aus).
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Erkenntnis: Wenn man Kaffee mit der doppelten Menge gesüßter Kondenzmilch streckt und der 5-fachen Menge Eiswürfel serviert, wird daraus plötzlich ein wohlschmeckendes Kaltgetränk.
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Das Baguette-Brot ist wirklich sehr knusprig. Relikt aus der Kolonialzeit? Sicherlich. Trotzdem eines der geilsten Weißbrote. Kann mich nicht daran erinnern, dass das in Frankreich ähnlich gut war. Und vom deutschen Weißbrot will ich mal gar nicht anfangen. Und Zack! Vaterlandsverrat aufgrund von Weißbrot.
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Fußgänger, Moped- und Autofahrer sind sowohl auf dem Fußgängerweg, engen Gassen, als auch auf 16-spurigen Hauptstraßen jederzeit gleichrangig und wer zuerst kommt, geht zu erst und die einzige Gefahr besteht im Zögern. Das ist zumindest meine Hypothese - ich werde diese weiter testen und berichten.
Das “Guta Cafe”-Cafe ist dann direkt meine alltägliche Anlaufstelle geworden, weil man da herrlich sitzen und glotzen konnte, während man sich mit Coffein vollpumpt.



Eine mir bekannte Frage stellt sich noch am abend von Tag 0: Wie stark dem Vegetarismus treu bleiben und wie sehr sich der lokalen Küche öffnen? Im Zentrum der größten und modernsten Metropole kann man es sich schon erstmal leisten, sich erstmal das vegetarische Angebote anzusehen, ehe man seine Prinzipien über Board wirft - deshalb startet direkt am nullten Tag die Serie "Veggie Quest"
Vegan/vegetarisches Essen scheint eher eine alles-oder-nichts-Geschichte zu sein:wWährend die meisten Restaurants ausschließlich tier-zentrierte Gerichte anbieten (und die Gericht auch danach benannt ist), sind es “Chay” Restaurants, die ausschließlich vegane oder vegetarische Küche anbieten und oftmals einen buddhistischen oder sonst wie spirituellen Hintergrund haben - das merkt man auch schnell beim reinkommen: an kleinen Schreinen, vielen Pflanzen, reduzierter Einrichtung und einer für Ho Chi Minh ungewöhlichen Stille - was oft auch daran liegt, dass man der einzige Gast ist. Muss man halt mögen.
Erstes “Chay” Restaurant hieß dann auch direkt “Bếp Chay”, lag in der Nähe und es gab direkt das volle Mock-Kitchen-Programm “Vegan Roasted Pork with Pickled Mustard Greens”.
Ordentlich marinierte Soja-Chunks (mit diesem sehr süßlichen, asiatischen BBQ-Flavour) mit nen paar Salatblättern, leicht eingelegtes Senf-Gemüse, Reis, nem Soja-Chilie-Sößchen und 3 Stück Gurke. Solide, aber auch keine Offenbahrung - hätte ich auch easy selbst hingekriegt ;-)
Eis”tee” mit echtem Pfirsichsirup und viel Eis ging aber gut rein.
In Verbindung mit der leicht bedrückenden Atmosphäre eines leeren, zweistöckigen Restaurants sagen wir mal 6 von 10.